Bläserklasse- Aus einer mutigen Idee wurde eine Erfolgsgeschichte
Seit 25 Jahren prägt die Bläserklasse das Schulleben und die Kulturlandschaft in Bad Saulgau.
Vor einem Vierteljahrhundert wurde in Bad Saulgau der Grundstein für ein Projekt gelegt, das bis heute Generationen von Schülerinnen und Schülern begeistert. Was damals als Idee begann, entwickelte sich zwei Jahre später an der Realschule zu einem völlig neuen Konzept und ist heute fester Bestandteil des Schulverbundes
Die Initiative ging auf den damaligen Musikdirektor und stellvertretenden Musikschulleiter Stefan Leja sowie die Realschullehrerin Martina Barczyk zurück. Gemeinsam stellten sie ihre Vision dem damaligen Realschulrektor Richard Gruber vor. Sie trafen auf offene Ohren und fanden in ihm einen engagierten Fürsprecher. Mit großem Einsatz stellten sie sich gemeinsam den Herausforderungen.
Die Idee einer Bläserklasse war damals noch neu und erforderte Überzeugungsarbeit. Martina Barczyk brannte jedoch von Anfang an für das Projekt. Sie absolvierte die notwendigen Ausbildungen und begleitete die Entwicklung der Bläserklasse mit großer Leidenschaft und Ausdauer.
Für sie ist Musik weit mehr als das Erlernen eines Instruments. Sie versteht Musik als Hingabe und Erfüllung. Musik weckt Neugierde, fördert Offenheit und bietet die Möglichkeit, sich auszudrücken – in einer Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird. Sie verbindet Menschen, schafft Gemeinschaft und eröffnet Freiräume. „Durch das Musizieren kann man zu sich selbst finden“, sagt Barczyk.
Die Erfolgsgeschichte der vergangenen 25 Jahre bestätigt den Weitblick der drei Initiatoren eindrucksvoll. Mit zahlreichen Auftritten bereichert die Bläserklasse das kulturelle Leben der Stadt Bad Saulgau. Viele ehemalige Schülerinnen und Schüler engagieren sich heute in der Stadtmusik oder in den Musikvereinen der Region und sind dort zu wichtigen Stützen geworden.
Doch die positiven Auswirkungen reichen weit über die Musik hinaus. Das gemeinsame Musizieren stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder und fördert den Zusammenhalt innerhalb der Gruppe. Gleichzeitig werden Konzentration, Ausdauer und Disziplin geschult. Auch wichtige kognitive Fähigkeiten entwickeln sich weiter, was sich häufig positiv auf die schulischen Leistungen auswirkt. Die jungen Musikerinnen und Musiker lernen, einander zuzuhören, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Verantwortung für das gemeinsame Ergebnis zu übernehmen.
Für Rektor Armin Masczyk steht fest, wem die Entwicklung der Bläserklasse maßgeblich zu verdanken ist: „Frau Barczyk hat als geistige Mutter der Bläserklasse ihre jungen Musikerinnen und Musiker mit einer unglaublichen Hingabe und Kontinuität über alle Entwicklungsstufen begleitet. Ihr Engagement hat den Weg für die Entwicklung bis zum heutigen hohen Niveau geebnet, das die kulturelle Qualität am WKSV entscheidend prägt.“
Welches Potenzial in der Bläserklasse steckt, wurde zuletzt beim Open-Stage-Event des Schulverbunds eindrucksvoll sichtbar. Dort zeigten die Beteiligten, wie lebendig, erfolgreich und zukunftsfähig die Idee auch nach 25 Jahren noch ist.

Text: Geli Petermann
Foto: WKSV
