Dichter im Klassenzimmer am Walter Knoll Schulverbund
Lyrikbegegnung mit Christoph Klimke
Im Rahmen des Projekts „Dichter im Klassenzimmer“, organisiert von Deutschlehrerin Nadine Miller, besuchte der Schriftsteller und Dramaturg Christoph Klimke die Klassen 7 und 10 des Schulverbundes. Klimke lebt und arbeitet in Berlin und kam auf Einladung über die Bad Saulgauer Kulturamtsleiterin Alexandra Karabelas an die Schule. Frau Karabelas stellte sich den Klassen vor und begleitete die Veranstaltung am Donnerstag kurz sowie am Freitag vollständig.
Zu Beginn gab Christoph Klimke Einblicke in seinen persönlichen und beruflichen Werdegang. Anhand seiner Gedichte konnten die Schülerinnen und Schüler viel über seine Persönlichkeit und sein Leben erfahren. Er las unter anderem aus seinem Gedichtband „Alphabet des Meeres“.
Ein Schwerpunkt der Lesung war das Thema Fernweh. Dazu stellte Klimke das Gedicht „Rinella Milazo Palermo“ vor und nahm die Zuhörer mit auf eine gedankliche Reise nach Sizilien. Dabei beleuchtete er verschiedene Facetten von Fernweh, die allgemeine Sehnsucht nach der Ferne, das Fernweh zum Hierbleiben etwa aus der Perspektive von Flüchtlingen sowie das Fernweh nach der eigenen Kindheit und nach Erinnerungen. Ein weiteres Gedicht führte in die Natur mit Bergen und eisblauen Seen. Auch die Stadt Berlin spielte in einem seiner Texte eine zentrale Rolle.
Im Gespräch erklärte Klimke sprachliche Bilder aus seinen Gedichten und stellte immer wieder Bezüge zu seinem eigenen Leben her. Er ermutigte die Schülerinnen und Schüler, selbst Gedichte zu schreiben, und machte deutlich, dass Lyrik oft ein längerer Entwicklungsprozess ist. Zum Abschluss trug er das Gedicht „Robert Schumanns Schrei“ vor.
Während der gesamten Veranstaltung beantwortete Christoph Klimke offen die Fragen der Schülerinnen und Schüler und ging auch auf persönliche Anliegen ein.
Die Begegnung mit Christoph Klimke bot den Jugendlichen einen lebendigen Zugang zur Lyrik und zeigte eindrucksvoll, wie persönliche Erfahrungen und Sprache in Gedichten miteinander verbunden sein können.

Text: Geli Petermann
Fotos: Nadine Miller
